Maira Bes-Rastrollo ist eine renommierte spanische Wissenschaftlerin und Professorin für Präventivmedizin und öffentliche Gesundheit an der Universität Navarra.

Sie gilt als eine der weltweit führenden Expertinnen auf dem Gebiet der Ernährungs-Epidemiologie, insbesondere im Hinblick auf die Auswirkungen von hochverarbeiteten Lebensmitteln (Ultra-processed foods, UPFs) – oft auch als "Convenience Food" bezeichnet – auf die Gesundheit.

Hier ist eine Zusammenfassung ihrer wichtigsten Erkenntnisse und Tätigkeiten:

1. Forschungsschwerpunkt: Das SUN-Projekt

Bes-Rastrollo ist eine der Hauptverantwortlichen für das SUN-Projekt (Seguimiento Universidad de Navarra), eine groß angelegte Langzeitstudie mit über 22.000 Teilnehmern, die seit 1999 läuft.

Diese Studie untersucht den Zusammenhang zwischen der mediterranen Ernährung, dem Lebensstil und chronischen Krankheiten.

2. Erkenntnisse zum Thema "Convenience Food" (Ultra-processed Foods)

Ihre Forschung hat maßgeblich dazu beigetragen, die Gefahren von industriell hergestellten Fertigprodukten wissenschaftlich zu belegen. Unter "Convenience Food" versteht sie in ihren Studien vor allem hochverarbeitete Produkte (nach der NOVA-Klassifikation), die Zusatzstoffe wie Emulgatoren, Farbstoffe und künstliche Aromen enthalten.

Ihre Studien zeigen deutliche Korrelationen zwischen hohem Konsum dieser Lebensmittel und:

  • Erhöhte Sterblichkeit: Eine ihrer bekanntesten Studien (veröffentlicht im British Medical Journal) ergab, dass der Konsum von mehr als vier Portionen hochverarbeiteter Lebensmittel pro Tag mit einem um 62 % höheren Risiko für Gesamtmortalität verbunden ist.
  • Adipositas und Bluthochdruck: Sie konnte nachweisen, dass "Convenience"-Produkte das Risiko für Übergewicht und Hypertonie massiv erhöhen, unabhängig von der Kalorienmenge, da sie das Sättigungsgefühl stören.
  • Depressionen: Neuere Forschungen ihrer Gruppe deuten darauf hin, dass eine Ernährung, die reich an Fertigprodukten ist, auch das Risiko für psychische Erkrankungen wie Depressionen steigern kann.
  • Zusammenhang mit Parkinson: Aktuelle Daten (2025/2026) weisen darauf hin, dass bestimmte Inhaltsstoffe in Fertiggerichten sogar Frühsymptome von Parkinson begünstigen könnten.

3. Definition und Warnung

Maira Bes-Rastrollo warnt davor, dass Convenience Food "hyper-palatabel" (extrem schmackhaft) gemacht wird, um den Konsum zu fördern, während gleichzeitig wichtige Nährstoffe und Ballaststoffe fehlen.

Sie plädiert in internationalen Fachzeitschriften (wie The Lancet) für strengere politische Maßnahmen:

  • Steuern auf ungesunde Fertigprodukte.
  • Werbeverbote für hochverarbeitete Lebensmittel.
  • Förderung der mediterranen Diät, die auf frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln basiert.

4. Akademisches Profil

  • Position: Professorin an der Universität Navarra und Forscherin am Instituto de Investigación Sanitaria de Navarra (IdiSNA) sowie bei CIBEROBN (einem spanischen Exzellenznetzwerk für Adipositasforschung).
  • Publikationen: Sie hat über 400 wissenschaftliche Artikel veröffentlicht und gehört laut Web of Science zu den meistzitierten Forschern weltweit ("Highly Cited Researcher").